Angriff auf SWB-Busse in Tannenbusch erschüttert Bonn
Nach den Angriffen auf zwei Linienbusse der Stadtwerke Bonn (SWB) am Freitagabend im Stadtteil Tannenbusch zeigt sich Moussa Acharki, Stadtverordneter der SBI – Stimme Bonn International, tief besorgt über die Eskalation der Gewalt. Die SBI verurteilt die Taten scharf und fordert ein entschlossenes, aber differenziertes Vorgehen: mehr Sicherheit, mehr Prävention und mehr Perspektiven für Jugendliche und Familien im Viertel.
„Wenn Busse, in denen Familien mit Kindern sitzen, mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen werden, ist das kein dummer Jungenstreich mehr. Das ist ein gezielter Angriff auf Menschen, auf unsere gemeinsame Sicherheit und auf den sozialen Frieden in unserer Stadt“, erklärt Moussa Acharki.
„Solche Taten dürfen nicht verharmlost werden – aber sie dürfen uns auch nicht spalten“, betont er. „Wir müssen klar reagieren, aber auch klug handeln.“
Sicherheit, Ordnung und Teilhabe gehören zusammen
Die SBI fordert ein koordiniertes Vorgehen von Stadt, Polizei, Stadtwerken und Zivilgesellschaft. Sicherheit dürfe nicht nur durch Kontrolle entstehen, sondern müsse durch Präsenz, Vertrauen und Chancen wachsen.
Sechs Maßnahmen für Tannenbusch
- Sicherheits- und Sauberkeitskorridor Riesengebirgsstraße
Bessere Beleuchtung, mobile Kameras, Einsatzpläne an kritischen Tagen und Begleitbusse in den Abendstunden. - Quartier-Streife „Soziale Präsenz“
Gemeinsame Teams aus Ordnungsdienst, Polizei und Sozialarbeit, die regelmäßig im Viertel unterwegs sind. - Offene Sport- und Begegnungsräume
Turnhallen, Jugendräume und Vereinsflächen sollen abends und an Wochenenden zugänglich sein. - Frühintervention & Mentoring nach dem Aarhus-Modell (Dänemark)
Innerhalb einer Woche nach einem Vorfall: Gespräche zwischen Eltern, Schule, Polizei und Sozialarbeit. Ziel: Hilfe statt Strafe. - Sauberkeits-Offensive „Tannenbusch ist sauber!“
48-Stunden-Reinigungsversprechen, neue Papierkörbe und Stadtteilaktionen mit Schulen, Vereinen und Moscheen. - Tannenbusch-Forum
Monatlicher Austausch zwischen Stadt, Polizei, SWB, Schulen, Jugendhilfe, Wohnungswirtschaft und Bürgervertretungen.
Tannenbusch braucht Perspektiven
„In Tannenbusch leben viele engagierte Menschen, Familien, Vereine und Initiativen, die jeden Tag Verantwortung übernehmen. Diese Menschen verdienen Unterstützung, nicht Misstrauen“, sagt Acharki.
Er betont, dass es bereits gute Projekte gebe, diese aber nicht ausreichen. Oft fehle es an Räumen, Koordination und langfristiger Förderung. Genau dort müsse die Stadt ansetzen, um echte Perspektiven zu schaffen.
Bonn steht für Vielfalt – nicht für Angst
„Wir dürfen nicht zulassen, dass Ängste geschürt oder ganze Stadtteile pauschal verurteilt werden“, warnt Acharki. Bonn steht für Respekt, Vielfalt und Zusammenhalt – das ist unsere Stärke. Wer versuche, aus solchen Ereignissen politisches Kapital zu schlagen, handele verantwortungslos.
„Wir als SBI werden alles daransetzen, dass Bonn eine Stadt bleibt, in der man sich sicher fühlt – im Bus, auf der Straße und im Miteinander.“
Zusammenarbeit statt Schuldzuweisungen
Die SBI will das Thema in den städtischen Gremien und im Integrationsrat behandeln und sucht den Austausch mit SPD, Grünen, Linken, Volt und allen demokratischen Fraktionen, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
„Sicherheit, Ordnung und soziale Verantwortung sind keine Parteithemen – sie sind gemeinsame Aufgaben. Wenn wir zusammen handeln, gewinnen wir Vertrauen. Wenn wir uns gegenseitig Vorwürfe machen, verlieren wir es.“
Hintergrund: Aarhus-Modell und Sauberkeits-Offensive
Frühintervention und Mentoring nach dem Aarhus-Modell
Das Aarhus-Modell aus Dänemark setzt auf schnelle, koordinierte Hilfe für auffällige Jugendliche. Binnen sieben Tagen nach einem Vorfall werden Schule, Polizei, Eltern und Jugendamt an einen Tisch geholt. Ziel ist es, Jugendliche vor dem Abrutschen in Gewalt oder Perspektivlosigkeit zu bewahren.
Sauberkeits-Offensive „Tannenbusch ist sauber!“
Ein gepflegtes Stadtbild stärkt das Sicherheitsgefühl und den Stolz auf das eigene Viertel. Nach Wiener Vorbild (MA 48) will die SBI ein 48-Stunden-Reinigungsversprechen einführen. Müll und Vandalismus sollen binnen zwei Tagen behoben werden.
Schulen, Vereine, Moscheen und Nachbarn beteiligen sich an monatlichen „Sauberkeitstagen“. Eine Kampagne mit dem Motto „Tannenbusch zeigt Herz – kein Müll“ soll Verantwortung und Gemeinschaft fördern.
Kontakt für Presseanfragen
Moussa Acharki
Stadtverordneter der SBI – Stimme Bonn International
E-Mail: info@stimme-bonn.de
Telefon: 01520 5848414
Web: www.stimme-bonn.de