Pressemitteilung / Stellungnahme der SBI
Wir fordern einen echten Plan B!
Bonn. In der gestrigen Ratssitzung hat die Autobahn GmbH ihre Pläne für die gesperrte Vorlandbrücke vorgestellt. Die gute Nachricht zuerst: Nach der plötzlichen Sperrung wegen statischer Mängel geht es nun voran. Der Abriss ist beauftragt, der Ersatzneubau wird parallel ausgeschrieben. In rund zwei Jahren soll eine neue Brücke mit vier Fahrspuren für Autos und Lkw stehen. Auch an Fußgänger und Radfahrer wurde mit einer provisorischen Verbindung gedacht.
Dass die Verantwortlichen der Autobahn GmbH persönlich im Rat erschienen sind, sich unseren Fragen gestellt haben und nun zügig handeln wollen, begrüßen wir als SBI ausdrücklich. Die Menschen in Bonn erwarten zu Recht, dass eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt schnellstmöglich wieder funktioniert.
Der Alltag der Bürger braucht mehr als nur einen Schönwetter-Plan
Doch für die Realität der normalen Bürger reicht ein Zeitplan, der nur vom Idealfall ausgeht, nicht aus. Tausende Pendler stehen täglich im Stau, Anwohner leiden unter Abgasen und Lärm des Ausweichverkehrs, und die ansässigen Unternehmen bangen um ihre Erreichbarkeit. Zwei Jahre Bauzeit sind eine enorme Belastung für das Gemeinwohl.
Ein echter Notfallplan existiert schlichtweg nicht.
Genau hier setzt unsere Kritik an: Auf unsere konkreten Nachfragen im Stadtrat, was passiert, wenn sich der Bau verzögert oder unerwartete Probleme auftreten, blieben die Verantwortlichen klare Antworten schuldig. Ein echter Notfallplan existiert schlichtweg nicht.
Unsere Forderung: Verantwortung übernehmen und Vorsorge treffen
Für uns als SBI steht fest: Bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung darf die Politik nicht allein auf das Prinzip Hoffnung setzen. Die Bürger unserer Stadt tragen die Hauptlast dieser Sperrung. Sie haben ein Recht auf Verlässlichkeit, Transparenz und Planungssicherheit.
Bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung darf die Politik nicht allein auf das Prinzip Hoffnung setzen.
Wir fordern daher von den Verantwortlichen:
- Einen verbindlichen Plan B: Es muss im Vorfeld geklärt sein, mit welchen Maßnahmen reagiert wird, wenn der Zeitplan wackelt.
- Konsequenten Anwohnerschutz: Maßnahmen gegen Lärm und Staub sowie die Dokumentation von Erschütterungsschäden dürfen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern müssen in der Praxis spürbar sein.
- Aktives Verkehrsmanagement: Der Ausweichverkehr muss so gelenkt werden, dass die umliegenden Viertel nicht im Chaos ersticken.
Die SBI wird den Neubau der Vorlandbrücke weiterhin kritisch und lösungsorientiert begleiten. Wir unterstützen jeden Schritt, der Bonn schnell wieder in Bewegung bringt. Gleichzeitig werden wir genau darauf achten, dass die Interessen der normalen Bürger im Mittelpunkt stehen – und nicht unter die Räder geraten. Leistung und Verantwortung müssen sich auch in der Projektplanung unserer Infrastruktur wiederfinden.