Die Bezirksvertretung Bad Godesberg lehnte am 11. März 2026 einen Antrag zur Verbesserung der Barrierefreiheit am Bahnhof Bonn-Mehlem ab. Die Fraktion BSW/SBI forderte, kurzfristige Zwischenlösungen zu prüfen und Kosten transparent darzustellen. Trotz Unterstützung durch Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Die Linke scheiterte das Vorhaben. CDU, BBB und FDP stimmten dagegen, wobei die ablehnende Mehrheit erst durch eine Stimme der AfD zustande kam.
Gefährlicher Zugang zum Mittelbahnsteig
Der Bahnhof Mehlem weist seit Jahren erhebliche Sicherheitsmängel auf. Der Mittelbahnsteig ist nicht barrierefrei erreichbar, sodass Betroffene mit Rollstühlen oder Kinderwagen keinen sicheren Zugang vorfinden. In der Praxis zwingt dieser Umstand die Fahrgäste, den Bahnsteig entlang der geöffneten Schranke am Bahnübergang zu betreten. Diese Situation birgt ein direktes Sicherheitsrisiko für mobilitätseingeschränkte Personen und Familien.
Sicherheitsrisiko bleibt unbewertet: Die aktuelle Gefahrenlage und das regelmäßige Umgehen der Schranken durch Fahrgäste flossen nicht in die Beurteilung der Stadtverwaltung ein.
Ausbau frühestens 2028 geplant
Die Verwaltung bestätigt die baulichen Defizite und stuft den Zustand als verbesserungswürdig ein. Zudem entspricht das vorhandene Blindenleitsystem nicht mehr den gesetzlichen Normen. Ein vollständiger barrierefreier Ausbau ist jedoch frühestens für das Jahr 2028 vorgesehen und finanziell bislang ungesichert.
Die Verwaltung deklariert kurzfristige Übergangslösungen pauschal als zu aufwendig oder zu teuer. Genau an diesem Informationsdefizit setzte der abgelehnte Antrag an. Ziel war keine sofortige Baumaßnahme, sondern eine fundierte Entscheidungsgrundlage.
Die Kernforderungen umfassten:
- Prüfung von Zwischenlösungen für einen barrierefreien Zugang.
- Benennung konkreter baulicher Varianten.
- Vorlage belastbarer Kostenschätzungen.
Forderung nach Transparenz scheitert an CDU, BBB und FDP
Für dich als Bürger bedeutet die Ablehnung durch CDU, BBB und FDP: Die geforderte Transparenz bleibt weiterhin aus. Der unbefriedigende Zustand am Bahnhof Mehlem verharrt ohne konkrete Perspektive. Die öffentliche Berichterstattung dokumentiert die fehlende Lösungsbereitschaft bereits seit Längerem.
Barrierefreiheit stellt eine grundlegende Voraussetzung für die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe dar. Konkrete Gefahrenquellen dürfen nicht über Jahre unbeantwortet bleiben. Die Initiatoren verfolgen das Thema konsequent weiter und haben neue Anfragen an die Verwaltung gerichtet. Ziel bleibt eine spürbare Verbesserung für alle betroffenen Bürger am Bahnhof Bonn-Mehlem.
„Die Verwaltung erklärt, kurzfristige Maßnahmen seien zu teuer oder zu aufwendig – ohne konkrete Zahlen zu nennen. Dass CDU, BBB und FDP nicht einmal diese Transparenz ermöglichen wollten und dies nur mit einer AfD-Stimme durchsetzen konnten, ist für uns nicht nachvollziehbar.“