Die Sanierung der Sicherheitstechnik im Godesberger Tunnel ist notwendig. Niemand kann verantworten, dass die veraltete Technik plötzlich ausfällt und der Tunnel von einem Tag auf den anderen vollständig gesperrt werden muss. Wenn die Verwaltung feststellt, dass eine weitere Verschiebung der Maßnahme nicht mehr vertretbar ist, muss gehandelt werden.
Gleichzeitig ist der Zeitpunkt der Bauarbeiten für viele Menschen kaum noch zumutbar. Die Sperrung der Nordbrücke belastet den Verkehr in Bonn seit Monaten erheblich. Hinzu kommen Einschränkungen im Schienenverkehr mit Schienenersatzverkehr und weiteren Umleitungen. Mit der Sanierung des Godesberger Tunnels kommt nun eine weitere massive Belastung auf Bad Godesberg und den Bonner Süden zu.
Aus diesem Grund haben wir in der Sitzung des Hauptausschusses am 30. Juni gezielt nachgefragt. Uns interessiert nicht nur die technische Umsetzung der Maßnahme, sondern vor allem, welche konkreten Auswirkungen sie auf den Alltag der Bürger hat. Deshalb haben wir Fragen zu möglichen Nachtarbeiten, zur Lärmbelastung, zu den Sperrzeiten der einzelnen Tunnelröhren, zu den vorgesehenen Umleitungen sowie zur Situation an der Friesdorfer Straße gestellt. Gerade dort befürchten viele Anwohner massiven Ausweichverkehr durch ihr Wohngebiet.
Wir begrüßen, dass die Verwaltung zugesagt hat, diese Fragen schriftlich zu beantworten. Die Bürger haben ein Recht darauf, frühzeitig und transparent zu erfahren, welche Belastungen auf sie zukommen und welche Maßnahmen die Stadt ergreift, um diese so gering wie möglich zu halten.
Am 9. Juli steht das Thema erneut auf der Tagesordnung des Rates. Dort werden wir die weiteren Beratungen aufmerksam begleiten und darauf drängen, dass die offenen Fragen beantwortet und die Interessen der Anwohner berücksichtigt werden – bevor die Sperrung am 10. Juli beginnt.
Für mich ist klar: Sicherheit hat oberste Priorität. Wenn tatsächlich die Gefahr besteht, dass die Tunneltechnik jederzeit ausfallen kann und dadurch eine ungeplante Vollsperrung droht, muss saniert werden. Gleichzeitig erwarte ich von der Stadt ein professionelles Baustellen- und Verkehrsmanagement. Der Verkehr muss intelligent gelenkt, Wohngebiete müssen geschützt und die Öffentlichkeit kontinuierlich und ehrlich informiert werden.
Als BSW/SBI werden wir die Beratungen im Rat und die anschließende Umsetzung der Baumaßnahme weiterhin kritisch und konstruktiv begleiten. Wir bleiben an diesem Thema dran und werden darauf achten, dass die Interessen der Bonner während der gesamten Bauzeit im Mittelpunkt stehen.